"Der Amazonas - Schatzkammer der Welt. Die Bedeutung der Regenwälder und ihre Gefährdung"

Der Manu-Nationalpark im Südosten Perus, wo die Anden mit dem Amazonasbecken zusammentreffen, ist eine Super-Schatzkammer der Artenvielfalt und eines der letzten intakten Groß-Ökosysteme der Welt. Doch dieses Paradies ist bedroht und zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Dies war das Thema unserer Zoom-Veranstaltung am 24. September 2020.

Für unseren Digital-Talk „Der Amazonas – Schatzkammer der Welt. Die Bedeutung der Regenwälder und ihre Gefährdung“ hatten wir den Experten Dr. Christof Schenck, Biologe und Direktor der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), eingeladen.

Zunächst stellte er das Riesenotterprojekt im Manu-Nationalpark vor, das seit nunmehr 30 Jahren besteht. Riesenotter sind eine hochbedrohte Säugetierart, die nur in ganz abgelegenen und intakten Gegenden des Amazonas-Gebiets zu finden sind. Der Manu-Park birgt eine biologische Vielfalt der absoluten Superlative: so sind hier beispielsweise 1030 verschiedene Vogelarten beheimatet – das sind rund 10% aller Vogelarten der Erde. Auch 1300 Schmetterlingsarten, über 4000 Pflanzen- sowie 250 Baumarten pro Hektar existieren dort. Dr. Schenck erläuterte in dem Zusammenhang die immense Bedeutung der Regenwälder in der Tropenzone als Kohlenstoffspeicher und für die Stabilisierung unseres weltweiten Klimas.

© Daniel Rosengren 

Im Folgenden zeigte der Biologe die großen Gefahren und Bedrohungen auf,  denen das unmittelbare Umfeld des Parks ausgesetzt ist: Brandrodung, Holzeinschlag, der illegale Anbau von Koka-Pflanzen, Straßenbau sowie die illegale Goldgewinnung (unter Verwendung von giftigem Quecksilber in den Flüssen). Die zerstörerischen Eingriffe des Menschen bedrohen das Fortbestehen dieser reichen Artenvielfalt. Brandrodung und Holzeinschlag führen dazu, dass der Wald infolge von Wassermangel stirbt. Hierzu erläuterte Dr. Schenck sehr anschaulich den eigenen Wasserkreislauf der Regenwälder (sog. „Rivers in the sky“). Größere Regenwaldgebiete versorgen sich und die sie umgebenden Pflanzen und Bereiche mit selbst erzeugten Regenwasser und regulieren durch die Fähigkeit der CO-Aufnahme und Sauerstoffabgabe das Klima auf der ganzen Welt. Doch der Versorgungskreislauf des Amazonas-Regenwaldgebiets steht bedrohlich nah an einem Kipp-Punkt: bei 20 – 25% Entwaldung kann sich der Regenwald nicht mehr mit Wasser versorgen, der Kreislauf bricht zusammen, der Regenwald zerstört sich am Ende selbst. Aktuell liegt die Entwaldung bereits bei 17%!

 

Ferner ging Dr. Schenck in seinem Vortrag auf die Zusammenhänge zwischen Klimaerwärmung, Biodiversitätsverlust und der Zunahme von Zoonosen und Pandemien ein: Entwaldung, Wildtierhandel, Landwirtschaft und die Entwicklung von Resistenzen gegenüber Antibiotika begünstigen das Auftreten von Zoonosen.

Zum Abschluss seines Vortrags gab er Denkanstöße und Hinweise, was jeder Einzelne von uns mit dem eigenen ökologischen Fußabdruck leisten kann, um dieses artenreiche Gebiet zu schützen: Wie ernähre ich mich?“, „Wie bewege ich mich?“, „Wie reise ich?“, „Wie wohne ich?“ und „Wen unterstütze ich“ sind hierbei zentrale Fragestellungen.

Im Anschluss an den Vortrag folgte ein Chat mit zwei Experten aus Peru. Zunächst erläuterte der peruanische Generalkonsul Luis Escalante-Schuler, welche Erhaltungsmaßnahmen für den Regenwald in Peru existieren.

Abschließend wurde die Umweltingenieurin Monica Paredes live aus dem Yaguas-Nationalpark im Nordosten Perus zugeschaltet. Frau Paredes berichtete über die Entstehungsgeschichte des Parks sowie ihre vielfältigen Aufgaben vor Ort.


Sie möchten unsere Online-Veranstaltung gerne noch einmal in Ruhe anschauen oder konnten leider nicht dabei sein? In Kürze finden Sie hier den Link, unter dem Sie die komplette Aufzeichnung unserer Veranstaltung finden.

 

Gerne möchten wir Sie im Zuge unserer Veranstaltung auch auf die Homepage der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) hinweisen, auf der Sie unter anderem weitere interessante Einblicke in die Arbeit im Manu-Nationalpark gewinnen können. Link zur Homepage

 

Fotos: © Daniel Rosengren

 


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