Biomimetik, Biomimikry und Klinische Konstruktion


Spätestens seit der Renaissance dient die Natur als Vorbild für technische Innovationen, die die Welt bereits mehr als einmal ganz grundlegend verändert haben. Biologische Wirkprinzipien werden studiert, übertragen und für Entwicklungen wie das Flugzeug, die Elektrizität oder die künstliche Intelligenz genutzt – ein Ansatz, der als Biomimetik bezeichnet wird.

 

Doch was geschieht, wenn wir diesen Blick erweitern und ökologische Zusammenhänge einbeziehen? Während natürliche Systeme wie Korallenriffe das Zusammenleben unzähliger Lebewesen ermöglichen, tragen viele menschengemachte Strukturen zur Klimakrise und zum Biodiversitätsverlust bei. Hier setzt die Idee der Biomimikry an: biologische Kreisläufe zu verstehen und auf Wirtschaft und Gesellschaft zu übertragen. Ist es jedoch möglich, komplexe menschliche Systeme – etwa Städte oder Industrie – so nachhaltig und ausgewogen zu gestalten wie natürliche Ökosysteme?

 

Der Senckenberger Dr. Johannes Hätscher stellte in seinem Vortrag beide Ansätze mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen vor. Mit der Klinischen Konstruktion zeigte er eine dritte Perspektive auf, die eine ökologisch motivierte Zusammenarbeit von Biolog:innen und Ingenieur:innen stärker noch aus sozialphilosophischer Sicht beleuchtet. 

 

Dr. Johannes Hätscher studierte Soziologie, Psychologie, Philosophie und Elektrotechnik in Frankfurt am Main und Berlin und wurde als klinischer Sozialpsychologe im Bereich der Neurorehabilitation promoviert. Nach beruflichen Stationen in der Medizinethik, Stiftungsarbeit, dem Konferenzgeschäft sowie der Industrieanalyse erforscht er aktuell das biomimetische Transferpotenzial bei Senckenberg. 

 

Der Förderverein Senckenberg bedankt sich ganz herzlich für die rege Teilnahme und das Engagement des Publikums!

Foto: © 2026 Johannes Hätscher


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